Seven items I like about the UK

1. Kerr

This is Kerr Little, Master Baker in Dumfries just telling me his opinion about politicians.

1. Die Freundlichkeit.
Man sagt bitte und danke und sehr oft Sorry. Das wirkt manchmal übertrieben und etwas aufgesetzt, macht aber das tägliche Leben entschieden leichter und angenehmer.
Mein Lieblings-Beispiel: Busfahren. Der Brite bedankt sich beim Aussteigen beim Busfahrer für die Fahrt. Ein kurzes „Thank you“ oder „Thank you, driver“. Bemerkenswert dabei: Das macht wirklich jeder, die Älteren sowieso, aber auch der Rundum-Tätowierte oder die Schul-Göre. Kleine Zusatzbemerkung: Wenn ein Bus ins Depot fährt, steht auf seinem Anzeige-Schild nicht „Dienstfahrt“ oder „Nicht einsteigen“, sondern „Sorry, out of service“.

2. Der Afternoon Tea.
Die kleine Pause am Nachmittag so gegen 15.30 Uhr. Eine Tasse Tee mit Milch, ein Schwätzchen, wenn es etwas üppiger sein darf, auch ein Scone mit Clotted Cream als Zugabe. Das ist tägliche Lebensqualität, die leider auch in England immer öfter unter die Räder gerät.

3. Die Roundabouts.
Oder: der Kreisverkehr. Eine geniale Erfindung, auf der Insel perfektioniert. Wobei die meisten Kreise lediglich ein aufgemalter weißer Punkt in der Mitte eines Platzes sind und nichts zu tun haben mit den Konstruktionen, die an deutschen Ortsausgängen so beliebt sind.
Die hohe Kunst sind mehrere kombinierte Kreisverkehre. Mein Lieblings-Beispiel: der Magic Roundabout in Swindon. Fünf Kreise und noch ein weiterer innerer zusätzlich. Vier große Straßen treffen hier aufeinander. Ampeln: Null. Staus: keine, Unfälle: sehr selten.

4. Die Hecken.
Beliebt besonders an kleinen, kurvigen Straßen: dichte Hecken, oft über zwei Meter hoch und unmittelbar am Straßenrand. Oder Bäume, die ein paar Meter über der Fahrbahn zusammenwachsen, so dass man meint, durch einen grünen Tunnel zu fahren. Alles sehr malerisch aber äußerst unübersichtlich und oft genug ohne Ausweichmöglichkeit. Und was macht der Brite? Fährt halt vorsichtig und muss, wenn es ganz blöd läuft, auch mal zurücksetzen. Ja und? War immer so, bleibt so.

5. Die Liebe zum Alten.
Alte Häuser, alte Autos, alte Gärten, alte Fahrräder – der Brite erwirbt und pflegt es mit Hingabe und Sachverstand (sofern er/sie es sich leisten kann). Und wer nicht so flüssig ist, sammelt eben alte Nummernschilder oder historische Milchflaschen oder anderen Krempel. Oder tritt einem Club bei, der zum Beispiel einen alten Bahnhof samt dazugehöriger Dampflok wieder aufmöbelt und mit kindlicher Freude am Wochenende der Öffentlichkeit präsentiert.

6. Die Musik
Ein Land, das die Popmusik zu wesentlichen Teilen erfunden und unter anderem die Beatles, die Stones, Oasis, Robbie Williams und noch ungefähr 200 weitere Musik-Giganten hervorgebracht hat, kann nicht schlecht sein. Ich habe in meinen vier Wochen sechs zufällige Kneipenkonzerte und zwei Straßenauftritte völlig unbekannter Bands mitbekommen: Alle hatten Klasse. Alle spielten eigene Songs oder machten etwas aus bekannten Stücken. Cool Britannia.

7: Die Gelassenheit
Man stelle sich vor: In mehreren Städten in Deutschland ist die nicht-weiße Bevölkerung in der Mehrheit und bestimmen Moscheen statt Kirchen wesentlich das Stadtbild. In der heißen Phase des Bundestags-Wahlkampfes werden zwei islamistische Anschläge mit über 30 Toten verübt. Angela Merkel verliert die Wahl, will aber unbedingt Kanzlerin bleiben. Die Wirtschaftsleistung des Landes geht zurück, weil große Unternehmen nicht investieren oder überlegen, ganz ins Ausland abzuwandern. Hier wäre ziemlich was los, oder?
In Großbritannien ist auch einiges los: Die Parteien fallen übereinander her oder führen Geheimgespräche, niemand weiß, wie es weitergeht, niemand hat einen wirklichen Plan. Und die Bevölkerung? Macht Witze, übt sich in Verachtung für Politiker generell und behält weitgehend die Ruhe. „Keep cool and carry on“ – alte Kriegs-Parole, wirkt immer noch.

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